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Artikel aus 2009

Nachlese:
»Von Aveiro bis St. Petersburg«
LehrerInnenbildung an der Universität Wien mit Campus Europae

GERHARD WAGNER


Am 14. November 2008 fand eine Veranstaltung an der Universität Wien statt, die ein junges und ambitioniertes Programm vorstellte. Mit Campus Europae können Lehramtsstudierende der Universität Wien zweimal im Ausland studieren und dabei nicht nur die Universitäten anderer europäischer Länder kennen lernen, sondern auch die Sprachen und Kulturen und – als besonderes Plus – dort auch bezahlte Berufspraktika während ihres Studiums absolvieren.



Initial N
ach der Begrüßung gibt Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Ilse Schrittesser, Vorständin des Institut für Bildungswissenschaft und Leiterin des Bologna-Büros als Gastgeberin einen Überblick über Aktivitäten der Universität Wien im Rahmen des Programms Campus Europae.
Die Universität Wien nimmt nur am Fachbereich Teacher-Training teil. Die LehrerInnenbildung hat sich im Laufe der letzten drei Jahre in ganz Europa zum größten Bereich innerhalb von Campus Europae entwickelt. Fast ein Drittel aller CampusEuropae-Studierenden absolvieren ein Lehramtsstudium.

Besonders strich Prof. Schrittesser die Möglichkeiten heraus, im Rahmen des Studiums der LehrerInnenbildung nicht nur an zwei verschiedenen Universitäten zu studieren, sondern auch an Schulen oder Bildungseinrichtungen anderer Länder zu arbeiten – ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil für die Absolventinnen und Absolventen dieses Programms.

ZWEI JAHRE – ZWEI SPRACHEN


Prof. Dr. Christoph Ehmann, der Generalsekretär von Campus Europae, berichtete über aktuelle Entwicklungen. So wird gerade über ein gemeinsames »CampusEuropae-Degree« oder »Diploma Supplement« verhandelt.
Ein besonderer Schwerpunkt ist die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Sprachausbildung im Rahmen von Campus Europae. Denn es ist das Ziel, dass die Studierenden am Ende jedes Studienjahrs im Ausland die Landessprache so gut verstehen, dass sie auch der einen oder anderen Lehrveranstaltung folgen können. Motto: zwei Jahre – zwei Sprachen.

Das Kennenlernen anderer europäischer Sprachen als Schlüssel für den Zugang zu den Kulturen setzt eine Sprachausbildung noch vor Beginn des Studienjahrs voraus: Univ.Prof. Dr. Ljiljana Subotić stellte die Sprachausbildung an der Universität Novi Sad vor: Durch spezielle Sprachintensivkurse ist es in den letzten Jahren in Novi Sad eindrucksvoll gelungen, dass selbst Sprachanfänger nach einem Jahr die serbische Sprache und Schrift gut beherrschten.
Als Experte einer weiteren Universität stellte Erik Lautenschlager die LehrerInnenbildung der Universität Luxemburg vor – insbesondere die spezielle Betreuung vor und nach dem Auslandsjahr. Somit ist eine vertiefte Reflexion mit wissenschaftlicher Unterstützung der CampusEuropae-Studierenden möglich.

ERFAHRUNGEN AN DER UNI – UND IM BERUFSFELD LEHRER/IN


In seinem Statement unterstrich Ao. Univ.-Prof. Dr. Arthur Mettinger, der Vizerektor für Entwicklung der Lehre und Internationalisierung nochmals seine Entscheidung, am Programm von Campus Europae ausschließlich im Bereich der Lehrer/innenbildung teilzunehmen und hob dabei auch eine innovative Kooperation mit dem Unterrichtsministerium hervor: Diese ermöglicht es den Campus Europae-Studierenden, entweder während des Studienjahrs in Wien als Sprachassistent/in etwa für Spanisch, Italienisch oder Russisch tätig zu sein – oder Studierenden der Universität Wien während ihres Lehramtsstudiums im Ausland eine Sprachassistenz an Schulen in Spanien, Belgien, Frankreich oder Russland zu absolvieren.

»Wie werde ich Campus Europae-Student/in?« fragte Gerhard Wagner vom Institut für Bildungswissenschaft und gab einen Überblick über die verschiedenen Universitäten des Programms und über innovative Entwicklungen des Deutschlernens für CampusEuropae-Studierende der Universität Wien. Einen Schwerpunkt bildeten verschiedene Kooperationen mit anderen Programmen, die noch ausgebaut werden können: damit Lehramtsstudierende aus Wien gleichzeitig studieren und ein Berufspraktikum absolvieren können – und dabei ihr Auslandsstudium zumindest teilweise finanzieren.

MIT CAMPUS EUROPAE STUDIEREN… – VON AVEIRO BIS ST. PETERSBURG


Einen eindrucksvollen Abschluss bildete die Präsentation der Campus Europae-Studierenden. Sie erzählten, wie sie in kurzer Zeit die Sprache des Landes erlernt hatten. Beispielsweise erzählte ein Wiener Student, dass er nach zwei Monaten ein Referat in Portugiesisch gehalten hatte, obwohl diese Sprache ganz neu für ihn war. Dabei wurde er begeistert von den Lehrenden und seinen Kolleg/innen in Aveiro unterstützt. Diese sahen gerne über Sprachfehler hinweg und schätzten die Bereitschaft, sich sehr früh in der neuen Sprache auszudrücken. Umso schneller hat dieser Kollege Portugiesisch gelernt und nach einem Jahr viele Erfahrungen aus Portugal und der Universität von Aveiro mitgenommen. Mittlerweile ist er einer der Wiener Studierendenvertreter im Student Council von Campus Europae
Die Kooperation mit St. Petersburg im Rahmen von Campus Europae ist ganz neu. Eine Kollegin aus St.Petersburg, die die Unterrichtsfächer Deutsch und Englisch studiert, stellte ihre Universität vielen neugierigen Kolleg/innen in einer Power Point-Präsentation vor.

Zahlreiche Studierende nutzten in einem vollbesetzten Vortragssaal die Möglichkeit, noch weitere Informationen aus erster Hand zu erfragen – ebenso wie Vertreter verschiedener Fachdidaktiken der Universität Wien. Hier ergeben sich vielleicht interessante neue Kooperationsmöglichkeiten.
Einige Studierende nützten am Ende der Veranstaltung gleich die Möglichkeit, sich für ein Campus Europae-Studium anzumelden.

LITERATUR


How to achieve Multilinguism in Higher Education (2005) Intensive Language Courses as a Feasible Approach. Proceedings of the EUF-CE Seminar on Language Learning held on 17th and 18th November 2005. Luxembourg: CampusEuropae – European University Foundation [EUF]

http://campuseuropae.org/en/support/docs/langlearning/achieve_multilingualism_proceedings.pdf (22.01.2009)

Information on the project “Bologna meets Lisbon” (2007) The European Higher Education Area enhancing student Mobility and Employability. Luxembourg: CampusEuropae – European University Foundation [EUF] http://campuseuropae.org/en/support/docs/bolognaproject/bologna_meets_lisbon_eng.pdf (22.01.2009)

 
ZUR PERSON


Bild von Gerhard Wagner Mag. Gerhard Wagner ist seit 1993 Chefredakteur und Herausgeber des Bildungsmagazins DIDAKTIK sowie von DIDAKTIK-Online und verantwortlich für die inhaltliche Konzeption von didaktik-on.net.

Er hat an zahlreichen bildungswissenschaftlichen, didaktischen und sozialwissenschaftlichen Projekten, unter anderem als Projektleiter, mitgearbeitet.

Gerhard Wagner war in verschiedenen Kommissionen der Universität Wien Mitglied und später zunächst als Tutor, dann von 2004 bis 2009 als Studienassistent am Institut für die schulpraktische Ausbildung tätig (seit 2005 Teil des Instituts für Bildungswissenschaft an der Universität Wien). Bis 2011 ist er für die Universität Wien Projektmitarbeiter im von der EU geförderten Projekt »Hook up!«, an dem zehn europäische Universitäten eine Sprachlernplattform für Austauschstudierende erstellen.

Seit 2011 unterrichtet er, zunächst an einer AHS in Niederösterreich, jetzt in Wien, Deutsch, Deutsch als Zweitsprache sowie Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung.

Des weiteren ist Gerhard Wagner Mitarbeiter der integrativen Redaktion von Freak-Radio und Chefredakteur von Freak-Online. In beiden Redaktionen erarbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Informationen über behinderte Menschen.
-> http://freak-online.at
-> https://www.facebook.com/gerhard.wagner1/about?section=bio


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