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Artikel aus 2011

Interview mit Univ. Prof. Arthur Mettinger
Vizerektor der Universität Wien von 1999 bis 2011

GERHARD WAGNER, KATHARINA ZABRANSKY UND BARBARA MAYER IM GESPRÄCH MIT ARTHUR METTINGER


Die zwölfjährige Amtszeit Arthur Mettingers als Vizerektor der Universität Wien läuft mit Beginn des Wintersemesters 2011/12 aus. In diesem Interview geht es neben biographischen Stationen um die Kernbereiche Internationalität, Lehrerinnen- und Lehrerausbildung, um aktuelle Entwicklungen der Universität Wien und die Situation von behinderten Studierenden.

ein Mann im dunklen Anzug mit Brille sitzt vor einer Bücherwand
Das Interview hat im März 2011 stattgefunden. Eine Hörfassung hat Freak-Radio, ein Kooperationspartner der DIDAKTIK veröffentlicht: http://www.freak-online.at/fileadmin/data/mp3/20110606Mettinger.mp3



DIDAKTIK: Magnifizenz, Sie sind seit mehr als zehn Jahren Vizerektor der Universität Wien. Woran erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Vizerektor Arthur Mettinger: Das ist eine äußerst schwierige Frage, weil die Zeit als Vizerektor, die jetzt fast zwölf Jahre umfasst, für mich eine besonders spannende Zeit in meinem Leben war - vielleicht deswegen, weil sie in eine Umbruch-Phase der Universität Wien gefallen ist. Ich habe es als besonders spannend empfunden, sowohl im Bereich der Internationalisierung als auch im Bereich der Lehre, bzw. der Entwicklung der Lehre, hier doch die eine oder andere Weichenstellung - denke ich - vornehmen zu können.

Besonders gerne erinnere ich mich eigentlich an die Diskussionen mit vielen meiner Kolleginnen und Kollegen aus den Instituten, als wir daran gegangen sind, die Europäische Studienarchitektur einzuführen. Das waren zum Teil äußerst harte, aber sehr sachliche Diskussionen, die eigentlich von beiden Seiten von dem Ziel getragen waren, möglichst gute Studienpläne, möglichst gute Curricula zu entwerfen, damit unsere Kolleginnen und Kollegen, unsere Absolventinnen und Absolventen, wirklich mit Wissen und Können von der Universität weggehen und sagen können: »Ja, das war ein interessantes und ein gutes Studium.«

DIDAKTIK: Die neue Studienarchitektur ist ja auch das, was man gemeinhin als Bologna-Prozess wahrgenommen hat. Und was war bei Ihrer Tätigkeit besonders schwierig?

Vizerektor Arthur Mettinger: Besonders schwierig an dieser Tätigkeit war, würde ich sagen, an dieser großen Universität mit ihrer Vielfalt den vernünftigen Mix zu finden aus allgemeinen Vorgaben und der Berücksichtigung von fächerspezifischen Eigenheiten und Gegebenheiten. Als wir darangegangen sind, die Europäische Studienarchitektur einzuführen, gab es sofort die Frage: Wenn solch ein Bachelor-Studium drei Jahre dauern soll, wie kann solch ein Studium für den Bereich der Naturwissenschaften und wie kann solch ein Studium zum Beispiel im Bereich der Geisteswissenschaften sinnvoll aussehen?

Deshalb sind wir zu durchaus modifizierten Modellen gekommen: In den Naturwissenschaften haben wir ein Modell, wo die 180 Kreditpunkte aus dem Fach selbst gefüllt sind, während wir bei den Sozial- und bei den Geisteswissenschaften ein »Major-Minor-Modell« haben, 120-150 Kreditpunkte aus dem sogenannten »Major-Fach« und dann dazu gebaut die Erweiterungs-Curricula, die wiederum andere Kompetenzen und andere Kenntnisse vermitteln sollen.

DIDAKTIK: Können Sie unseren Hörerinnen und Lesern etwas von Ihrem Leben erzählen und wie Sie Vizerektor der größten österreichischen Universität geworden sind? :Vizerektor Arthur Mettinger: Mein Leben und meine Laufbahn empfinde ich persönlich als nicht besonders aufregend.

Ich habe nach der Matura am Bundesgymnasium Tulln begonnen, an der Universität Wien zu studieren. Eigentlich wollte ich Sinologie und Rechtswissenschaften studieren, um in den diplomatischen Dienst zu gehen. Gleichzeitig war die zweite Seele in meiner Brust die eines Lehrers. Und ich habe mich dann dazu entschlossen, einerseits Sinologie zu studieren und andererseits ein Lehramtsstudium in den Fächern Russisch und Englisch zu machen.

Das Sinologiestudium hat mich dann im Studienjahr 1978/79 als Stipendiat nach Peking geführt. Das war in meinem Leben eine sehr spannende Zeit, weil es zum damaligen Zeitpunkt, während der zwölf Monate im Ausland, keine Möglichkeit gab, dazwischen irgendwann einmal nach Hause zu fliegen. Ich war damals also in einem fremden Land mit nicht ganz schlechten, aber auch nicht ganz guten Kenntnissen des Chinesischen ganz auf mich alleine gestellt und musste mich dann dort »durchwursteln«.

Ich hatte dann das Glück, eine Studienassistenten-Stelle an der Anglistik Anfang der 1980er-Jahre zu bekommen, habe dann die Lehramtsprüfung in Russisch und Englisch abgeschlossen und an der Stubenbastei mein Probejahr gemacht. Ich bin also voll ausgebildeter AHS-Lehrer. Anschließend habe ich an der Anglistik eine Dissertation begonnen, die ich mit einer Sub-Auspiciis-Promotion abschließen konnte. Darauf habe ich mich meiner Habilitation mit einem Schrödinger-Stipendium an der Universität Löwen (Leuven) gewidmet.

1999 habe ich meine Habilitation abgeschlossen. Ich muss dazu sagen: Es gab einen zweiten Tätigkeits-Strang bei mir: Das war eigentlich seit Mitte der 1980er-Jahre auf dem Gebiet der universitären Selbstverwaltung, sei es auf Instituts-Ebene oder auf Fakultäts-Ebene. Ich bin dann Anfang der 1990er-Jahre in den Akademischen Senat gewählt worden. In diesem Zusammenhang gab es damals das Amt des »Auslands-Referenten«. Das war damals Prof. Winckler.

Er hat dann 1995 dem Senat vorgeschlagen, mich zu seinem Stellvertreter zu machen. Deswegen habe ich mit Winckler schon einige Zeit zusammengearbeitet, bevor er Rektor wurde. Als dann die Frage eines Rektorats aufs Tapet kam, hat er mich gefragt, ob ich nicht in seinem Team mitmachen wollte. Meine erste Funktionsperiode war im UOG 93, da war ich nebenamtlicher Vizerektor, ich habe also neben der Tätigkeit im Rektorat auch am Institut für Anglistik geforscht und unterrichtet.

Es hat sich allerdings im Laufe der Zeit schon herausgestellt, dass man an einer Universität wie der Universität Wien kaum nebenamtlich Vizerektor sein kann - und im Universitätsgesetz 2002 bin ich dann eben hauptamtlicher Vizerektor geworden und bin jetzt also am Ende meiner dritten Funktionsperiode.

DIDAKTIK: Man sieht in ihrer Biographie ja einen starken internationalen Aspekt. Deshalb wird dies jetzt unser nächstes Fragen-Gebiet sein: Die internationale Vernetzung der Universität Wien und die Veränderung von Forschung und Lehre durch die zunehmende Internationalisierung. Wie positioniert sich die Universität Wien in der internationalen Hochschullandschaft?

Vizerektor Arthur Mettinger: Vielleicht kann man das nach den Themenbereichen Forschung und Lehre teilen - obwohl das eine künstliche Teilung ist: Nach meinem Dafürhalten ist gute Forschung immer international, weil es ja einerseits darum geht, die Ergebnisse anderer Forscherinnen und Forscher auf einem bestimmten Gebiet weltweit zu rezipieren und auch kritisch zu hinterfragen und letztendlich auch seine eigenen Forschungsergebnisse der internationalen Fachöffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und sich auch der Kritik der internationalen Fachwelt zu stellen.

Ich glaube, dass die Universität Wien im Bereich der Forschung international gut dasteht. Das zeigt nicht zuletzt auch das Ergebnis dieser Reputationsstudie im Rahmen des Times Higher Education Supplement-Rankings, wo ja die Universität Wien ja unter den 100 renommiertesten Universitäten weltweit und unter den 30 renommiertesten Universitäten Europas ist. Von daher gesehen brauchen wir uns nicht zu schämen!

Ein weiterer Beweis für die internationale Sichtbarkeit der Universität Wien in der Forschung ist ja auch die Tatsache, dass wir vom European Research Council 14 ERC Starting und Advanced Grants haben, das sind Forschungs-Grants in europaweiter Konkurrenz, die durchaus in Millionenhöhe dotiert sind. Das heißt, dass wir sehr gute Forscherinnen und Forscher mit einer entsprechenden internationalen Ausstrahlung an der Universität Wien haben. Es war immer unser Bemühen, dass wir international mit den besten Forschungsuniversitäten der Welt zusammenarbeiten.

Auch hier gibt es interessante historische Entwicklungen: Es war beispielsweise zu Zeiten des »Eisernen Vorhangs« absolut notwendig, mit den Universitäten im zentraleuropäischen Raum, wie Prag, Warschau, Ljubljana oder Budapest partnerschaftliche Beziehungen auf der Basis eines Universitätsvertrags aufzubauen, denn damals waren diese Partnerschaftsverträge die einzige Möglichkeit für Forscherinnen und Forscher, über die Grenze kommen zu können. Nun haben sich glücklicherweise die politischen Entwicklungen so entwickelt, dass diese Barrieren weggefallen sind.

Ebenso haben wir begonnen, gute Vernetzungen mit Universitäten in den Vereinigten Staaten aufzubauen. Wir sind schwerpunktmäßig im asiatischen Raum, vor allem in China gut vertreten, auch in Südkorea und Japan. Im Moment sind wir gerade dabei, Kooperationen im arabischen Raum aufzubauen, vor allem in den Golfstaaten, weil wir hier noch wenig präsent sind.
Man muss sich immer überlegen, wo jene Gebiete in der internationalen Kooperation sind, in der sich Wissenschaft spannend weiter entwickeln wird. Man muss also darauf schauen, dass man Kooperationen sehr frühzeitig eingeht - noch bevor eine Universität dann so top-platziert ist, sodass sie dann vielleicht gar nicht mehr mit der Universität Wien kooperieren will... Das passiert aber sehr selten.

Das war ein kurzer Überblick über die Forschung. Im Bereich der Lehre ist ja die Internationalisierung in den 1990er-Jahren sehr durch die europäischen Mobilitätsprogramme wie Sokrates oder Erasmus entwickelt worden. Man darf nicht vergessen, dass wir hier ein Netz von über 300 europäischen Partneruniversitäten haben, zu denen wir unsere Studierenden schicken und von denen bei uns studieren. Hier kommt es also teilweise ganz unbewusst zur Formung von »International Classrooms«, weil es ja für unsere Studierenden interessant ist, mit Kolleginnen und Kollegen einer anderen Universität gemeinsam zu studieren. Es gibt auch Buddy-Netzwerke und es gibt viele Möglichkeiten und gute Kooperationen der Studierenden untereinander.

Andererseits legen unsere Studierenden durchaus auch Wert darauf, an einer Partneruniversität im Ausland zu studieren. Wir erleben im Moment gerade einen Umbruch bei den Mobilitätsprogrammen durch die Europäische Studienarchitektur. Ich bin gerade im Gespräch mit allen Erasmus-Koordinatorinnen und -Koordinatoren, wie sich die Lage dadurch ändert, dass einerseits bei uns die Bachelor-Master-Struktur eingeführt wurde, aber natürlich auch an den Partneruniversitäten.

Als wir die Kooperationsverträge, die ERASMUS-Verträge abgeschlossen haben, waren wir und andere noch in der »Prae-Bologna-Zeit«, also in der Zeit der Diplomstudien. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Da ergeben sich zum Teil auch neue spannende Möglichkeiten wie zum Beispiel im Rahmen der Masterstudien, zur Recherche und zum Verfassen der Master-These an eine Partneruniversität zu gehen. Das ist etwas, das in den Diplomstudien wenig genutzt wurde, aber jetzt, in den Masterstudien, eine besonders interessante Alternative darstellt.

DIDAKTIK: Sie haben das Programm CAMPUS EUROPAE für Lehramtsstudierende an die Universität Wien geholt, das sich um längere und intensivere Auslandsstudien bemüht - mit Praktika im Umfeld des Studiums und mit Intensivkursen zur Erlernung von Sprachen auf B1-Niveau bereits zum Abschluss des Studienjahres. Sie selbst haben sich intensiv mit vielen Sprachen beschäftigt und sind Professor am Institut für Anglistik.
Wie wichtig sind Sprachen für eine Universität oder die Absolventen dieser Universität?

Vizerektor Arthur Mettinger: Da gibt es meiner Meinung nach mehrere Aspekte:
Ein Aspekt ist: Wenn die Universität Wien für sich in Anspruch nimmt, eine europäische Universität sein zu wollen, dann muss die Universität Wien auch überlegen, wie sie mit dem Phänomen der europäischen Mehrsprachigkeit umgeht. Als ich Anfang der 1990er-Jahre in den Akademischen Senat gekommen bin, war der Standpunkt der Universität Wien: Alles muss in Deutsch gehalten werden, denn Deutsch ist die Staatssprache.

In der Zwischenzeit sind, wir, glaube ich, ein gutes Stück auf dem Weg zur Europäischen Mehrsprachigkeit weiter gekommen - vielleicht mit dem Wermutstropfen, dass Mehrsprachigkeit nur mit der Verwendung des Englischen gleichgesetzt wird. Ich glaube aber, dass man darüber hinausgehen muss: Ein gutes Beispiel ist die Beratung im »Student Point«. Da gibt es meines Wissens Beratungen in zehn bis zwölf Sprachen - unter anderem auch Türkisch, gelegentlich auch Chinesisch, natürlich auch die gängigen Europäischen Sprachen. Da haben wir schon einiges getan.

Eine zweite positive Entwicklung, die wir 2001 mit dem Europäischen Jahr der Sprachen begonnen haben, war die Etablierung des Sprachenzentrums der Universität Wien, das ein qualitativ hochstehendes Sprachenangebot bietet, allerdings für die Studierenden nicht kostenfrei. Wir haben uns hier sehr bemüht, eine Preisstruktur zu finden, die Studienbeihilfebezieherinnen und -bezieher besonders berücksichtigt.

Die nächste Preiskategorie wäre dann für Studierende und Absolventinnen bzw. Absolventen der Universität Wien. Natürlich steht das Sprachenzentrum auch allen Interessierten, die Sprachen lernen wollen, offen. Was ich mir noch wünschen würde, wäre, dass unsere Absolventinnen und Absolventen, egal welchen Faches, tatsächlich neben ihrer Muttersprache Englisch und eine weitere europäische Sprache bis zu einem gewissen Niveau beherrschen. Ich glaube, dass es für Universitätsabsolventinnen und -absolventen heute absolut notwendig ist, drei Sprachen zu beherrschen.

Wir bemühen uns, wenigstens über den Weg der Erweiterungs-Curricula auch zum Sprachenlernen anzuregen. Und da gibt es eine sehr positive Entwicklung seit dem Wintersemester 2010/11, dass nämlich der Senat der Universität Wien beschlossen hat, dass Studierende der Universität Wien die Möglichkeit haben, 15 Kreditpunkte statt der Erweiterungscurricula als »alternative Erweiterungen« zu wählen. So können sie, und das ist ein erfreuliches Novum, wenn sie einen Kurs des Sprachenzentrums absolviert haben, auch hier die Punkte anerkennen lassen. Sie können auch, wenn Sie sie einen Erasmus-Aufenthalt und neben der Fachwissenschaft noch einen Kurs im Ausland absolvieren, dies im Rahmen der alternativen Erweiterungen anerkennen lassen.

Ich glaube, das wird uns auf längere Sicht sehr helfen, das Sprachenlernen im Grunde leichter und für unsere Studierenden auch attraktiver zu machen.

DIDAKTIK: Wenn jemand im Zuge etwa eines CAMPUS EUROPAE-Aufenthalts in Serbien einen Master gemacht hat: Muss das hier noch nostrifiziert werden?

Vizerektor Arthur Mettinger: Das ist im Grunde die Frage, ob eine Nostrifizierung im klassischen Sinne dafür überhaupt notwendig ist. Wenn es ein Lehramts-Master ist, dann möglicherweise ja, weil ja die Schulverwaltung als Arbeitgeberin festlegt, welche Bildungsgänge zum Unterreichten berechtigen, wenn es ein Nichtlehramts-Master ist, dann meines Wissens eigentlich nicht. Ich bin in diesen Rechtsangelegenheiten kein Experte, aber im Grunde - und das führt jetzt zum Thema Lehrer/Lehrerinnenbildung: Ich glaube, dass es hoch an der Zeit ist, dass die lehrerbildenden Institutionen Österreichs und letztlich auch das Unterrichtsministerium eine weitere Perspektive einnehmen als die nationale.

Ich glaube nämlich, dass es in der heutigen Zeit absolut notwendig ist, Curricula für Lehramtsstudien, Methodologien, Inhalte von Studien im europäischen Vergleich zu entwickeln und nicht notwendigerweise im nationalen Vergleich. Der Grund, warum ich mich sehr bemüht habe, dass die Universität Wien gerade im Lehramtsbereich CAMPUS EUROPAE beitritt, war genau diese Entwicklungs-Chance, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es gerade für künftige Lehrerinnen und Lehrer, für künftige Pädagoginnen und Pädagogen notwendig ist, ein Auslandsstudium gemacht zu haben, damit sie auch andere Kulturen, andere Sichtweisen, andere Perspektiven kennen lernen, die sie ja letztlich dann, mutatis mutandis an ihre Schüler weitergeben sollen.

DIDAKTIK: Bietet die Universität Wien auch Angebote für Studierende mit Behinderungen aus dem Ausland und wird dies auch in Anspruch genommen?

Vizerektor Arthur Mettinger: Ich glaube, dass man Studierende mit besonderen Bedürfnissen sehr nach ihren jeweiligen Bedürfnissen behandeln muss. Ich weiß, dass es im Rahmen von ERASMUS die Möglichkeit von besonderen Hilfestellungen gibt. Sonst sind mir keine Programme für internationale Studierende mit besonderen Bedürfnissen bekannt.

Wir haben uns auch bemüht, bestimmte Inhalte unserer Universität auch in österreichischer Gebärdensprache anzubieten. Ich habe vor einigen Jahren eine Information an alle Lehrenden ausgesandt, wie sie mit Studierenden mit Hördefiziten besonders umgehen sollen, und es ist meines Wissens jetzt in Diskussion im Akademischen Senat, in einem neu zu entwickelnden Lehrendenhandbuch, wie man eine abweichende Prüfungsmethode, die ja das Recht der Studierenden ist, gestalten kann. Denn sehr oft liegt es daran, dass die Lehrenden nicht wissen, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Ich glaube, da ist es dann schon die Aufgabe der obersten Organe - da nehme ich Senat und Universitätsrat gar nicht aus - hier aufklärend darauf hinzuwirken, dass das Verständnis dafür geweckt wird, wie mit Studierenden mit besonderen Bedürfnissen umgegangen werden soll.

DIDAKTIK: Sie haben zuvor schon die Lehramtsstudien erwähnt: Der Ex-Bundesrat Andreas Schnider, der Leiter der »Vorbereitungsgruppe zur neuen Lehrerausbildung« hat jüngst die Eckpunkte vorgestellt: Gemeinsame Ausbildung vom Kindergarten bis zur Matura, 4-jähriger Bachelor, Praxisphase und ein verpflichtendes Masterstudium innerhalb von fünf Jahren - auch berufsbegleitend.

An welchen Hochschulen diese Ausbildung stattfinden soll, steht allerdings noch nicht fest. Womit in diesem Entwurf sind Sie zufrieden und wo sehen Sie allenfalls Gefahren?

Vizerektor Arthur Mettinger: Es ist schwer, zu etwas Stellung zu nehmen, das man nicht im Originaltext kennt. Ich kenne auch nur die APA-Aussendung und einige Artikel, die in den Zeitungen erschienen sind: Ich glaube, da ich ja selber an der Expertengruppe mitgewirkt habe, dass einige wesentlichen Elemente schon einer Realisierung zugeführt werden.

Das eine ist: durch die Diskussion über die »Pädagoginnen- und Pädagogenbildung neu« ist, glaube ich, ein Bewusstsein für die Wichtigkeit pädagogischer Berufe geschaffen worden. Es ist noch ein sehr kleiner Beginn und da ist noch sehr viel an Überzeugungsarbeit zu leisten.

Das zweite ist, dass man überlegt: Was sind besonders wichtige Elemente, die für jeden pädagogischen Beruf konstitutiv sind. Diese auf irgendeiner Weise in einen gemeinsamen Kern zu fassen, das halte ich auch für vernünftig. Ich glaube, dass man sich diesen gemeinsamen Kern so vorstellen muss, dass es eine Reihe von Themenstellungen gibt, die relevant sind für pädagogische Berufe. Aber ich gehe nicht davon aus, dass es so zu verstehen ist, dass dieser gemeinsame Kern ein Einheitsprogramm für alle künftigen Pädagoginnen und Pädagogen ist. Ich gehe davon aus, dass man sich auf die Themen einigen wird, dass aber bestimmte Fragestellungen für künftige Sekundarschullehrende anders aussehen als für künftige Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen. Ich glaube, das wird jeder einsehen und da wird man dann das Programm noch entsprechend erstellen müssen.

Ich springe jetzt zum Master-Studium und komme dann noch auf den Bachelor zurück: Es war immer eine Forderung der österreichischen Universitätenkonferenz, eigentlich zunächst für alle Sekundarschullehrerinnen und -lehrer, dass ein Masterabschluss tatsächlich verpflichtend sein sollte. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass zum einen genug Zeit für die berühmten vier Säulen der LehrerInnenbildung (bzw. im künstlerischen Lehramt fünf Säulen) gegeben sein muss. Die vier Säulen sind die Fachwissenschaft in vermutlich wie bisher zwei Unterrichtsfächern, wie es zumindest für die Sekundarstufe angedacht ist, zweitens die Fachdidaktik, dann die Schulpraxis und schließlich der gesamte Bereich der pädagogisch-wissenschaftlichen Berufsvorbildung.

Im Grunde bin ich immer wieder dafür eingetreten, dass lehrerbildende Studien, wenn ich sie einmal so nennen darf, sich doch von den anderen Studien nicht unerheblich unterscheiden sollen, weil wir hier Kolleginnen und Kollegen für ein ganz bestimmtes Berufsfeld ausbilden, was wir ja beispielsweise in einem Bachelorstudium der English-American Studies nicht so auf die Vermittlungskompetenz hin tun.

Insofern ist die Tatsache, dass auch eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben werden muss - das kann natürlich eine wissenschaftliche Arbeit mit einem starken Praxisbezug oder einer Praxisreflexion sein - meiner Meinung nach absolut notwendig: nicht zuletzt deswegen, weil wir ja Sekundarschullehrerinnen und -lehrer so ausbilden müssen, dass sie grundsätzlich in der Lage sind, auch Fachbereichsarbeiten, Diplomarbeiten entsprechend anzuleiten und dann entsprechend zu korrigieren. Da glaube ich, ist es notwendig, dass dieses wissenschaftliche Arbeiten im Sinne einer eigenständigen Masterarbeit geleistet wird.

Der zweite Punkt, warum wir immer dafür eingetreten sind, dass das Studium bis zum Master geführt wird, war, dass vielleicht in der derzeitigen Situation der Lehrerinnenbildung in Österreich die Praxisreflexion auf hohem wissenschaftlichen Niveau nicht so ausgeprägt vorkommt wie sie sollte. Es ist also grundsätzlich geplant, dass man zunächst mit einem Bachelorstudium beginnt, das derzeit für vier Jahre konzipiert ist und das natürlich Praxiselemente enthalten muss - und nach vier Jahren beginnt eine Tätigkeit als Lehrerin oder als Lehrer. Damit ist sichergestellt, dass die Zeit für die praktische Erprobung und für einen vernünftigen Berufseintritt nicht zu weit vom Beginn des Studiums entfernt ist. Wie man dann im konkreten das Masterstudium realisieren wird, da ist noch einiges an Kreativität gefragt. Man wird andererseits sehen, dass es in vielen Bereichen des Lebens Usus und möglich ist, ein Studium berufsbegleitend zu absolvieren.

Ich denke, da wird man noch viel im Detail darüber reden müssen, wie das zu gestalten ist. Aber ich persönlich bin mit der Tatsache, dass der Bachelor nicht das Ende einer Lehrerinnen- und Lehrerbildung ist, sehr zufrieden. Ich glaube, dass es wirklich notwendig ist, den Prozessen auch Zeit zu geben. Wie man das dann dienstrechtlich und besoldungsrechtlich alles einfängt, das weiß ich jetzt im Moment nicht. Da wird man sicherlich noch genauer nachdenken müssen.

DIDAKTIK: Also grundsätzlich können Sie diesem Entwurf doch einiges abgewinnen.

Vizerektor Arthur Mettinger: Ich glaube, dass in diesem Entwurf einiges von den Ideen, die die ExpertInnengruppe entwickelt hat, sich wiederfindet: »The proof of the pudding is in the eating«. Man wird also sehen, wie das dann tatsächlich eingelöst werden wird.

DIDAKTIK: Noch eine kleine Detailfrage, weil da wieder ein Begriff aufgetaucht ist, der schon länger in der Diskussion war, nämlich zu den »pädagogischen Fakultäten«. Sollen die Lehramtsstudierenden zur Gänze von diesen Fakultäten verwaltet werden. Wie ist hierzu ihr Standpunkt?

Vizerektor Arthur Mettinger: Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass die Lehramtsstudierenden an der Universität (und ich bleibe jetzt an der Universität) eine Heimat brauchen. Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass es eine Stelle an der Universität gibt, die sich tatsächlich um die Anliegen der Lehramtsstudierenden kümmert, ohne dass dadurch die Fachausbildung und die fachdidaktische Ausbildung aus ihren „Stammbereichen“ wegwandert. Das muss man sich organisatorisch anschauen.

Eine andere wesentliche und heiklere Frage, die Sie noch nicht gestellt haben, ist die Weiterentwicklung jener Organisationsformen, die Lehrerinnenbildung anbieten. Da gibt es ja einerseits das Konzept »Pädagogische Universität«, das interpretiere ich im Wesentlichen als eine Weiterentwicklung der Pädagogischen Hochschulen. Dann gibt es das Konzept der »Pädagogischen Fakultät« oder »Lehrerbildungsfakultät«. Das interpretiere ich als Fokussierung der Lehrerbildung im Rahmen einer Universität. Und dann gibt es meines Erachtens das dritte Konzept - ich nenne es das »School of Education«-Konzept, wobei ich »School of Education« interpretiere als im Grunde das Bilden einer neuen Einheit im Zusammengehen von Teilen oder ganzen Einheiten von bestimmten jetzt lehrerbildenden Institutionen.

Ich glaube, man wird da überlegen müssen, wie es denn in den einzelnen Regionen und Standorten aussieht: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für Österreich das allein selig machende Modell geben wird. Es wird vielleicht an Standorten, wo es große Institutionen gibt, klug sein, sich zu einer »School of Education« zusammenzufinden, nicht zuletzt, um auch Synergien zu gewinnen und mit den doch bescheidenen finanziellen Mitteln auszukommen. Es wird vielleicht an einem anderen Standort interessant sein, möglicherweise eine pädagogische Hochschule in eine pädagogische Fakultät einer Universität zu integrieren und es wird vielleicht auch Orte geben, wo man im Sinne einer Komplementarität eine Pädagogische Universität bilden wird und dann sehen muss, inwieweit es zur Kooperation mit ortsansässigen Universitäten und einer solchen Pädagogischen Universität kommen wird.

Wesentlich ist bei der ganzen Sache, wie auch immer die Organisationsform aussieht: Es muss sichergestellt sein, dass die Studienpläne, die Curricula nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und vor einer europäischen Perspektive gemacht werden. Zweitens muss meines Erachtens sichergestellt sein, dass die Qualität und damit auch die Qualitätssicherung europäischen universitären Standards entspricht. Drittens muss sichergestellt werden, dass alles, was von den beteiligten Institutionen getan wird, zum Wohle der künftigen Lehrerinnen und Lehrer, Pädagoginnen und Pädagogen gemacht wird. Das muss der Maßstab sein. Und alles andere sollte dann eigentlich in den Hintergrund treten.

DIDAKTIK: Und letztendlich den Erwachsenen, die aus den Schülern in der übernächsten Generation heranwachsen...

Vizerektor Arthur Mettinger: Wie und ob sich das also grundsätzlich so realisieren lassen wird, das werden wir noch sehen, aber ich bin immer optimistisch, dass man mit einigem guten Willen vieles bewegen kann.

DIDAKTIK: Welche Berücksichtigung findet der gesamte Themenkreis »Behinderung« auch in der Ausbildung von künftigen Lehrerinnen und Lehrern?

Vizerektor Arthur Mettinger: Zum Status quo, muss ich gestehen, kann ich wenig sagen, weil ich die Curricula nicht kenne. Aber ich glaube, dass sich die lehrerbildenden Studien überhaupt viel stärker gegenüber anderen Referenz-Disziplinen öffnen müssen. Inklusive Pädagogik wäre hier ein Thema, das Beachtung finden muss. Alle Fragen, die mit Migration zusammenhängen, gerade am Standort Wien, müssen Beachtung finden.

Vieles, was derzeit in der Bildungspsychologie an Ergebnissen da ist, müsste Beachtung finden. Wir müssten, glaube ich, in der Lehrerbildung, die vielleicht nicht ungerechtfertigte, aber möglicherweise zu starke Dominanz der Pädagogik verlassen und uns überlegen, welche anderen Disziplinen dazu beitragen können, dass eine Pädagogin oder ein Pädagoge im Job gut ist.

Und ein zweiter Punkt, der mir auch sehr wichtig ist: Ich glaube, man darf nicht vergessen, dass jede akademische Erstausbildung zu einem bestimmten Wissens- und Bewusstseinstand führt und letztlich den Global-Wissensstand zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegelt. Es wird meines Erachtens immer notwendiger, berufsbegleitende Weiterbildung gut zu konzipieren und anzubieten, sodass die Kolleginnen und Kollegen, die im Beruf stehen, diese Angebote mit Freude wahrnehmen, weil sie sehen, dass ihnen das auch etwas bringt.

Das muss man meiner Meinung nach von zwei Seiten angehen: Es muss das Bewusstsein jener Kolleginnen und Kollegen, die in pädagogischen Berufen tätig sind, dafür geweckt werden, dass sie in ihrem eigenen Bildungsprozess nicht stehen bleiben dürfen. Zweitens: Die Bildungsinstitutionen müssen von sich aus meiner Meinung nach stärker auf die Berufsgruppe der Pädagoginnen und Pädagogen zugehen. Wir müssten hier verstärkt einen Dialog schaffen, damit beide Seiten die gegenseitigen Bedürfnisse etwas besser kennen lernen.

Ich sehe hier noch eine gewisse Trennlinie zwischen Erstausbildung und beruflicher Weiterbildung - was zum Teil auch strukturelle Gründe hat, die nicht in der Verantwortung der Universitäten liegen, und zum anderen glaube ich, dass vielleicht auch Absolventinnen und Absolventen ihr Studium als so »rewarding« empfunden haben sollten, dass sie dann gerne wieder auch an eine Bildungsinstitution zurückkommen. Da glaube ich, können wir auch noch daran arbeiten, dass das besser wird.

DIDAKTIK: Vertreten Sie also, dass der Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern, auch wenn sie schon Absolventen sind, auch später ständig aufrecht bleibt, um das Wissen auf den neuesten Stand zu bringe?

Vizerektor Arthur Mettinger: Absolut! Und letztlich darf man nicht vergessen: Es lernt ja auch die Universität davon! Denn im Grunde beenden die Lehramtsstudierenden in der derzeitigen Situation ihr Studium mit dem Magisterium. Dann entschwinden sie ins Unterrichtspraktikum, das nicht mehr in unserer Verantwortung liegt und wo wir gar nicht mitwirken können.

Wir bekommen so wenig Feedback von unseren Absolventinnen und Absolventen. Es gibt schon gute Kontakte zur Schulaufsicht und wir bemühen uns auch von dort Rückmeldungen zu bekommen, wie gut sich denn unsere Absolventinnen und Absolventen bewähren. Ich glaube, wir müssen hier noch sehr viel stärker am Dialog weiter arbeiten. Da kann vielleicht durchaus auch der Alumni-Verband mithelfen. Da können wir mit den Schulbehörden stärker zusammenarbeiten - wir haben ja schon sehr viele Kooperationsschulen, wo wir Aktionsforschung betreiben - aber hier könnte man vielleicht sogar in Richtung gemeinsamer Personalentwicklung etwas machen... Also ich sehe da schon sehr viele Kooperationsmöglichkeiten, die vor uns liegen, die wir in Angriff nehmen müssen.

DIDAKTIK: Die letzte Frage ist abgeleitet vom großen Thema E-Learning, wobei uns ein Teilaspekt besonders interessiert: Hat E-Learning das Potential, die Lernendenautonomie zu fördern, und wenn ja: Wo und wie?

Vizerektor Arthur Mettinger: Meiner persönlichen Meinung nach: Wenn E-Learning im Sinne von Blended Learning gut eingesetzt wird, hat es absolut das Potential, Lernerinnen und Lerner-Autonomie zu fördern. Wir sind ja als Universität Wien erst sehr spät in gesamtuniversitäre Lernmanagement-Systeme gegangen. Mittlerweile, nach den Zahlen, die ich habe, sind derzeit fast 40 Prozent aller Lehrveranstaltungen an der Universität Wien in der einen oder anderen Weise E-Learning-gestützt.

Ich glaube, dass es mit den modernen Technologien durchaus möglich ist, unter oder mit entsprechender Anleitung das selbständige Lernen und das Selbststudium, das ja im Grunde sich auch über die ECTS-Punkte der Europäischen Studienarchitektur ausdrückt, zu befördern. Es muss eigentlich allen Studierenden klar sein, dass das, was in einer Vorlesung, in einem Praktikum oder in einer Übung gebracht wird, im Grunde dazu anregen soll, weiter nachzudenken, weiter zu lesen und weiter zu forschen oder in die Tiefe zu dringen.

Man kann ja nicht annehmen, dass man mit eineinhalb Stunden Face-to-Face-Kontakt ein Gebiet wirklich gut durchdringen kann. Ich stelle selbst ja auch in meiner eigenen Arbeit immer wieder fest, dass natürlich die materiellen Ressourcen, die heute das Internet bietet, schon beachtlich sind! Was wir andenken müssen - und ich glaube, das wird auch für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung relevant werden - ist ein kritischer Umgang mit dem Internet, auch ein kritischer Umgang mit den sozialen Netzwerken oder anderen Entwicklungen.

Da sehe ich, dass oft viel zu leichtfertig damit umgegangen wird. Das versuche ich auch meinen eigenen Kindern immer wieder klar zu machen: Wenn ihr etwas im Netz lest, dann schaut euch zumindest eine zweite oder eine dritte Quelle an und reflektiert und überlegt. Nicht alles, was im Netz steht, was irgendwo geschrieben steht, muss ja notwendigerweise richtig sein.

Ich glaube, dass wir von unseren Studierenden diese Selbstständigkeit, diesen kritischen Umgang mit Texten, den kritischen Umgang mit Theorien durchaus erwarten können, weil Studierende vielleicht vier bis sechs Jahre bei uns sind, aber dann dreißig, vierzig Jahre nicht mehr bei uns sind. Wir müssen ihnen also in dieser Zeit dieses kritische Bewusstsein mitgeben, von dem sie dann den Rest ihres (Berufs-)Lebens zehren sollen.

 
ZUR PERSON


Bild von Gerhard Wagner Mag. Gerhard Wagner ist seit 1993 Chefredakteur und Herausgeber des Bildungsmagazins DIDAKTIK sowie von DIDAKTIK-Online und verantwortlich für die inhaltliche Konzeption von didaktik-on.net.

Er hat an zahlreichen bildungswissenschaftlichen, didaktischen und sozialwissenschaftlichen Projekten, unter anderem als Projektleiter, mitgearbeitet.

Gerhard Wagner war in verschiedenen Kommissionen der Universität Wien Mitglied und später zunächst als Tutor, dann von 2004 bis 2009 als Studienassistent am Institut für die schulpraktische Ausbildung tätig (seit 2005 Teil des Instituts für Bildungswissenschaft an der Universität Wien). Bis 2011 ist er für die Universität Wien Projektmitarbeiter im von der EU geförderten Projekt »Hook up!«, an dem zehn europäische Universitäten eine Sprachlernplattform für Austauschstudierende erstellen.

Seit 2011 unterrichtet er, zunächst an einer AHS in Niederösterreich, jetzt in Wien, Deutsch, Deutsch als Zweitsprache sowie Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung.

Des weiteren ist Gerhard Wagner Mitarbeiter der integrativen Redaktion von Freak-Radio und Chefredakteur von Freak-Online. In beiden Redaktionen erarbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Informationen über behinderte Menschen.
-> http://freak-online.at
-> https://www.facebook.com/gerhard.wagner1/about?section=bio

Bild von Barbara Mayer Barbara Elisabeth Mayer, MA, ist Theologin und Pädagogin und arbeitet als Lernberaterin seit 2007 am Projekt »Sprachlernberatung für Campus Europae«, einer Kooperation der Germanistischen Fakultät mit dem Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.

Counselling und Erziehungsarbeit bilden, zusammen mit der Schwerpunktausbildung Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, und ihrem Theologischen Studium, den wissenschaftlichen Fokus und das Herzstück ihrer Arbeit.

Sie ist Stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin von »DIDAKTIK-Verein zur Förderung von Bildungswissenschaft und Personalmanagement in Europa«.


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